Biografie
Barbara Butz wurde 1960 in München geboren. Von 1980 bis 1989 folgte die Mitarbeit und freie Tätigkeit in der Keramikwerkstatt von Nandl Eska in München. Parallel dazu studierte Barbara Butz von 1980 bis 1987 Malerei an der Akademie der Bildenden Künste München bei Prof. Rudi Tröger.
1986 legte sie das Erste Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien ab. 1988 erhielt sie das Diplom für Malerei und Graphik, 1989 folgte das Zweite Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien.
Seit 1990 besteht die Mitgliedschaft im Berufsverband Bildender Künstler (BBK) München. Von 1991 bis 1993 übernahm Barbara Butz einen Lehrauftrag an der Universität Bamberg im Bereich plastisches Gestalten (Keramik) am Lehrstuhl für Kunstpädagogik und Kunstdidaktik. In den Jahren 1995 bis 1996 erfolgte eine Förderung durch ein Hochschulprogramm des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht, Kultus, Wissenschaft und Kunst.
Seit 2004 ist Barbara Butz Mitglied der GEDOK München, seit 2009 Mitglied im Bayerischen Kunstgewerbe-Verein München. 2014 wurde Barbara Butz mit dem Danner-Ehrenpreis ausgezeichnet.
Barbara Butz lebt und arbeitet in Bad Tölz.
Ausstellungen
Einzel- und Gruppenausstellungen seit 1987 (Auswahl)
| 2025 | Galerie im Autohaus Steingraber, Holzkirchen |
| 2025 | Sammlung Werber Asam, Aichach |
| 2024 | Wellen Wogen Wirbel, Wasser als Inspiration, Galerie Handwerk |
| 2021 | LUST auf LUSTHEIM, Schloss Lustheim Oberschleißheim |
| 2021 | Frühlingsausstellung, Galerie Handwerk |
| 2020 | es grünt, Galerie Handwerk, München |
| 2020 | Danner Preis 2020, Pinakothek der Moderne, München |
| 2018 | Arts and crafts Design m18, Angewandte Kunst in der Villa Metzler, Frankfurt |
| 2018 | Farbe, Galerie Rosemarie Jäger, Hochheim |
| 2018 | ALLES RUND – Punkt, Kreis, Kugel, Galerie Handwerk, München |
| 2015 | Kreis – Farbe – Raum, Galerie für Angewandte Kunst des Bayerischen Kunstgewerbevereins, München · www.bayerischer-kunstgewerbeverein.de |
| 2013 | Handfest, GEDOK München, H2-Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast, Augsburg |
| 2011 | Danner Preis 2011, Museum Villa Stuck, München |
| 2010 | Farbe mal zwei, Galerie Cordonhaus, Cham |
| 2007 | Feuerstellen – die Kunst des Heizens, Galerie Handwerk, München |
| 1996 | Danner Preis 1996, Die Neue Sammlung, Staatliches Museum für angewandte Kunst, München |
| 1993 | Danner Preis 1993, Neue Residenz, Bamberg |
| 1990 | Danner Preis 1990, Bayerisches Nationalmuseum, München |
| 1987 | Danner Preis 1987, Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg |
Seit 2009 Diessener Töpfermarkt am Ammersee
Seit 1995 Atelierausstellung in der Theresienstr. 65, München
Auszeichnungen
| 2014 | Danner-Ehrenpreis · danner-stiftung.de |
Arbeiten im öffentlichen Raum
| 2013 | Sankt Mauritius, München |
| 2008 | Dominikuszentrum, München |
| 2008 | Mariae Sieben Schmerzen, München |
Texte
… Die Keramikerin Barbara Butz vereint in ihrer Arbeit zwei ihr Schaffen klar charakterisierende Merkmale: Das erste ist die technische Raffinesse, mit welcher sie großformatige Scheiben sowie feingliedrige Gefäße in einem perfektionierten Herstellungsprozess formt und mit einem über viele Jahre hinweg entwickelten Farbspiel unterschiedlichster Glasuren versieht. Dabei sind feinste Nuancen im einzelnen Objekt entscheidend, zarte Übergänge, etwa vom frei gestrichenen Rand zum Zentrum der Fläche, sowie das Bemühen um besondere Farbtiefe. Die Objekte sind meist in Ensembles gedacht, variantenreich innerhalb der Palette ebenso wie in den Bezugsgrößen der Radien. Die Farbintensität des einzelnen Gegenstandes wird auf den Gesamtcharakter in ganz besonderer Weise hin ausgerichtet.
Das zweite ist ihr ganz besonderes Vermögen zur Abstraktion, weniger im Sinne formaler Einfachheit, als vielmehr als emotionale wie gedankliche Fokussierung. Beides, nuancierte Farbgestaltung und formale Disziplin, gründen nicht zuletzt in ihrer Ausbildung, vor allem aber in einem langen, von praktischer Experimentierfreude begleiteten Denk- und Werkprozess, der ihr heute diese überaus fruchtbare Umsetzung malerischer Werte in reduzierter kompositorischer Klarheit ermöglicht.
Ihre Arbeiten sind Farbgestaltungen, besser noch hochgradig suggestive Farberfahrungen, die Butz weit über den Gebrauchszweck keramischer Gegenstände hinausgeführt hat und sie daher seit einigen Jahren auch als Gestaltung von raum und Fläche, von wegen und Bewegung im Raum, einsetzt. Dabei bleibt es sowohl der jeweiligen Situation und der Intention der Künstlerin wie auch der jeweiligen Haltung des Betrachters überlassen, ob sich nun das Geschehen „am Tisch“ in den Raum zu erweitern scheint oder ob es sich vielmehr um eine architektonische Wirkung des Raums auf das Zentrum, das Geschehen der Gruppe, den einzelnen Menschen, handelt. In jedem Fall bildet das Raum und Zentrum verbindende Faktum eine soziale Aktion. Die Werke schaffen Handlungsräume, und sie tun dies nicht in einer beliebigen Art und Weise, sondern sie fokussieren Blick, Geist und Handlung, sind in dieser Weise meditative, aber auch ganz handfest Menschen im sozialen, gemeinsamen Erleben verbindende Mittel zum Zweck. …
Auszug eines Textes von Thomas Richter, 2016
erschienen im Jahrbuch des Vereins für christliche Kunst in München, XXVII. Band, 2016, S.210–213
